Grundgedanke

Das Bewusstsein für Traumata und wie sich Traumata auf uns Menschen auswirken, gewinnt sowohl in der Psychotherapielandschaft, aber auch in der Pädagogik immer mehr an Bedeutung. Es ist manchmal fast schon erschreckend, wie tiefgreifend frühere Stresserlebnisse, d.h. individuell erlebte Traumata, uns noch heute im hier und jetzt beeinflussen und uns in unserer Wahrnehmung und unserem Verhalten steuern. Geschieht dies in einem bewussten, reflektierten Prozess sind Veränderungen möglich. Geschehen diese Vorgänge unbewusst und unreflektiert kann es im Kontakt mit anderen Menschen zu vielfältigen Missverständnissen und Konflikten kommen.
 

baby spielen rckenWie müssen wir damit umgehen? Dafür fehlt uns oft das nötige Rüstzeug! Und vor allem, da immer mehr erkannt wird, dass pädagogische/therapeutische Maßnahmen bei traumatisierten Kindern nicht so optimal greifen, manchmal sogar schädlich sind. Aus diesem Grund bedarf es einer fundierten Ausbildung, sowie einer intensiven Selbsterfahrung, um eine feinfühlige professionelle Haltung entwickeln zu können. Des Weiteren sollen in der Ausbildung auch konkrete Handwerkszeuge für die Arbeit mit dem traumatisierten Kind, Jugendlichen, aber auch Erwachsenen/Eltern gemeinsam erarbeitet werden, die passgenau auf das jeweilige Arbeitsfeld zugeschnitten sind.

Je zahlreicher und tiefgründiger die individuell erlebten Traumata sind, desto größer ist die Bedeutung eines feinfühligen und professionellen Umgangs von Helfenden mit den betroffenen Menschen. Um diese Feinfühligkeit und professionelle Haltung aber entwickeln zu können, bedarf es einer gut fundierten Ausbildung, sowie einer intensiven Selbsterfahrung.

Um dieses hohe Ziel erreichen zu können, wurde diese Aus- bzw. Weiterbildung entwickelt. Es hat den Anspruch Menschen, die in helfenden Berufen im psycho-sozialen Umfeld arbeiten, d.h. täglich mit mehr oder weniger traumatisierten Menschen zu tun haben, für Traumata zu sensibilisieren, eine eigene Feinfühligkeit und professionelle Haltung zu entwickeln und damit eine Offenheit und Grundlage für traumazentriertes Arbeiten zu ermöglichen.

Im zweiten Schritt sollen aber auch konkrete Handwerkszeuge gemeinsam erarbeitet werden, die passgenau auf das jeweilige Arbeitsfeld zugeschnitten sind. Dazu gehören neben therapeutischen Gesprächstechniken mit dem Betroffenen und den Bezugspersonen, Stabilisierungsmethoden, Akut- und Kriseninterventionen, bindungsorientierte Ansätze und das Kennenlernen verschiedener traumatherapeutischer Behandlungsmethoden für jedes Alter (von Geburt bis ins hohe Alter).In einem beständig reflektierten Prozess werden diese eingeübt und weitere Schritte in der konkreten Umsetzung im Alltag geplant. Diese Methoden werden dann in Kleingruppen in Selbsterfahrung eingeübt. Um einer eigenen sekundären Traumatisierung vorzubeugen und auch um eigene Triggerpunkte kennenzulernen, wird die Bereitschaft für Selbstreflektion und Selbsterfahrung als Teilnahmevoraussetzung festgelegt.

Erste praktische Anwendungen im Arbeitsalltag sind dann nach der Ausbildung somit auch direkt möglich.